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SELEKTIVE REKRUTIERUNG DER FEUERWEHR 

Die GVB versichert im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags alle Gebäude im Kanton Bern gegen Feuer- und Elementarschäden. Als strategisches Aufsichtsorgan der Feuerwehren im Kanton Bern setzt sich die GVB für eine professionelle und effiziente Brandbekämpfung ein.

Stell dir vor es brennt und keiner geht hin. Unsere Feuerwehren basieren mit wenigen Ausnahmen auf dem Milizsystem. 145 Feuerwehren versuchen, jede für sich, möglichst die richtigen Leute für den spannenden Dienst in der Feuerwehr zu gewinnen. Dabei geht jedoch sehr viel Energie verloren und die Qualität der Rekrutierung ist nicht überall gleich. Ziel ist es, junge Erwachsene für den Dienst in der Feuerwehr zu motivieren und diese direkt anzusprechen und ihnen den Weg zu «ihrer» Feuerwehr möglichst einfach zu machen. Wir wollen mit modernen Mitteln dafür sorgen, dass auch in Zukunft jemand hilft, wenn’s brennt.

KONTEXT UND HINTERGRUND

Im Kanton Bern stehen 145 Milizfeuerwehren und 2 Berufsfeuerwehren Tag und Nacht für Feuer-, Elementar- und andere Schadensereignisse zur Verfügung. Das Feuerwehrinspektorat der Gebäudeversicherung Bern (GVB) stellt im Hintergrund die Alarmierung, Ausbildung und Weiterentwicklung sowie Einsatzbereitschaft der bernischen Feuerwehren sicher.

Das Feuerwehrwesen im Kanton Bern liegt in der Verantwortung der Gemeinde. Die Angehörigen der Feuerwehr leisten grundsätzlich nur in ihrer Wohngemeinde Feuerwehrdienst. In den meisten Gemeinden im Kanton Bern besteht eine sogenannte Feuerwehrpflicht für Frauen und Männer. Diese Pflicht kann einerseits durch eine aktive Feuerwehrdienstleistung, andererseits durch die Entrichtung einer Ersatzabgabe geleistet werden.

BESCHREIBUNG DES PROBLEMS

Obschon der Dienst in der Feuerwehr bei fast allen Feuerwehrorganisationen eine Bürgerpflicht und gesetzlich verankert ist, kann jemand, der nicht aktiv Feuerwehrdienst leisten will, sich relativ einfach davon befreien, indem er sich für den Weg der Ersatzabgabe entscheidet. De Facto ist daher das aktive Mitmachen in der Feuerwehr freiwillig. Die Feuerwehrorganisationen im Kanton Bern stehen bei der Personalrekrutierung daher in starker Konkurrenz mit privaten Vereinen und Angeboten für junge Frauen und Männer. Einige Feuerwehren versuchen z.T. mit kreativen Projekten oder Anlässen, die gewünschte Zielgruppe anzusprechen. Die Rekrutierung ist vielerorts jedoch noch sehr altbacken und statisch (1-mal pro Jahr) und amtlich (mit Aufgebot zur Rekrutierung im Amtsanzeiger). Dadurch werden die jungen Erwachsenen nicht (persönlich) angesprochen und sie entscheiden sich dafür, nicht bei der Feuerwehr mitzumachen. Zusätzlich gelingt es den Feuerwehren nicht, ideale Frauen und Männer zu erkennen und via soziale Medien anzusprechen, quasi eine «Tinderfunktion für die Feuerwehren».

ANFORDERUNG AN DIE LÖSUNG

Die Zielgruppe (junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren) soll auf modernen Kanälen angesprochen und für den Feuerwehrdienst motiviert werden bzw. bei Interesse schlussendlich zur richtigen Feuerwehrorganisation gleitet werden. Dabei denken wir einerseits an «marketing automation» und einen intelligenten Chatbot. Wichtig ist, dass der Auftritt attraktiv ist und einmal «angehackte» Kandidatinnen und Kandidaten nicht mehr von der Leine gelassen werden.